Philosophie
Wie die Idee entstand
In vielen Jahren der zweckgebundenen Arbeit mit Hunden im Diensthundwesen der Polizei zeigten sich manchmal unüberwindliche Grenzen und Leistungsbeschränkungen in der gewünschten Teamarbeit auf. Als Mensch begrenzt in seinem Handeln sowie mit manchem Unverständnis, die Arbeitsmotivation eines Hundes zu erkennen und zu nutzen, wurde anhand mannigfaltiger Fehler eine Ausbildungsroutine geschaffen. Es funktionierte weitestgehend und die Prüfungsalltäglichkeiten wurden in jedem Jahr mit einem guten Notendurchschnitt bestanden.
Mit dieser Einstellung bin ich dann über Jahre in den täglichen Einsatz gegangen und habe mich gewundert aus welchem Grund ein ausgebildeter Hund in vielen realistischen Situationen seinem Arbeitsauftrag nicht mehr nachkam. Für einige Erkenntnisse habe ich Jahre benötigt und der Anstoß des Umdenkens kam für mich im richtigen Moment. Das Missverhältnis der Einsatzrealität zum Trainingsverhalten war überdeutlich erkennbar und bedurfte einer dringenden Bearbeitung. Das Wie war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt.
Mit langjährigem Hintergrundwissen habe ich mich unter anderem auch mit dem Rettungshundewesen befasst, da in einigen Einsatzformen des dienstlichen Alltagsgeschäftes der Kontakt mit den Einsatzmitteln diverser Hilfsorganisationen bestand. Im Zuge meiner Freizeit habe ich Rettungshundestaffeln in meinem Arbeitsbereich im Rhein-Sieg-Kreis besucht um mir über die viel diskutierten Vorzüge der andersartigen Ausbildung ein Bild machen zu können. Bei den besuchten Trainingseinheiten der Rettungshundearbeit stellten sich für mich diverse Problematiken dar, die eine Einsatztauglichkeit beschränkten, manchmal ausschlossen. Mein Entschluss einer Rettungshundestaffel beizutreten zeigte auf, dass der erwartete Erfahrungsschatz auf der anderen Seite in ähnlichen beschränkten Bahnen verlief, wie sie mir von anderen Seiten, hier Sporthundausbildung, seit Jahren bekannt gewesen war. Eine Veränderung erfolgte an dieser Stelle der Informationsfindung nicht, da die Ansätze in den Trainingseinheiten auf die in der Ausbildung befindlichen Hunde beschränkt wurden. Weiterhin abgestellt auf deren Leistungsvermögen und den dafür nutzbar gemachten Bestätigungsformen im Futter- wie im Spielbereich.
Die Arbeit mit meinem eigenen Hund zeigte für Außenstehende grundlegende Unterschiede auf, aufgrund der motivierenden Arbeit über den Spiel- und Beutebereich. Die Bestätigungen erfolgten anders, auch die Darstellung der vermeintlichen "Opferbilder" veränderte sich gravierend. Zufrieden stellend war es an diesem Punkt noch nicht.
Der Austausch mit einem Kollegen aus dem Bereich der Polizei hat mir einen Weg in eine andere Form der Ausbildung aufgezeigt. Die Ausbildung der unterschiedlichsten Hunde, ob zwangsbelastet, triebschwach, triebstark, falsch konditioniert, gänzliches Desinteresse im Bereich des Stellens und Verbellens, wurde mittels einer einfachen Bestätigungsform im Spiel- und Beutebereich über den Hundeführer selbst, in kleinen Ausbildungsschritten zu einem einsatzfähigen und prüfungsresistenten Teamkollegen geführt. Weiterer Vorteil dieser Arbeitsform war der anzusetzende Zeitaufwand. In recht kurzen Zeiträumen wurde den Hunden eine grundlegende Veränderung präsentiert, die zu dem gewünschten Ziel führt.
Da ich selber mit einem Hund im dienstlichen Bereich als Exot diesen umstrittenen Weg beschritten habe, zeigten sich nach den ersten Einsatzbewältigungen im dienstlichen Alltag gänzlich andere Wertschätzungen an den Kollegen Hund.
Von dieser Arbeit angetan habe ich zusammen mit Silvia unsere Ausbildungsgrundlagen für den Rettungshundebereich der Realität angepasst. Es hat viele Diskussionen gegeben über das Wie und Warum. Für unsere Arbeit hat es sich gelohnt.
Zum heutigen Tage unterliegt unsere Arbeitsform der ständigen Veränderung. Das Grundprinzip ist immer das gleiche. Der Hundeführer tritt in den Vordergrund. Der gute Helfer ist nicht zweckmäßig, aber ein Helfer ohne Qualifikation ist notwendig. Einsatzrelevanzen zeigten auf, dass der Helfer in vielen Fällen gänzlich unbeteiligt ist, aber als unbekannte Größe immer im Raume steht. Als Ziel aller Dinge musste hier der Schnitt erfolgen und eine Verhaltensänderung im menschlichen Denken einfließen.
Mit diesen Gedanken haben wir uns auch in diversen Internetforen an Diskussionen beteiligt mit manchem Unverständnis langjähriger Rettungshundler. Es zeigte sich Interesse und einige Neugierige haben den Weg zu uns gemacht um etwas mehr als das Geschriebene zu erfahren. Es gab einen angeregten Austausch und der ein oder andere hat nach unseren Ausführungen die Probe aufs Exempel gemacht. Die Wertungen waren positiv und es erfolgte die Anregung aus den Reihen der Besucher diese Arbeitsform als Seminar darzustellen.
Es hat lange gedauert, zum heutigen Zeitpunkt haben wir unsere Gedanken via Powerpoint zusammengetragen und können diese jedem Interessierten in theoretischer sowie praktischer Form vorstellen.
©WestLaekenteam


