Ritualisierung
Es ist sehr schwierig Gedanken zu einer Ritualisierung für bestimmte Arbeitsweisen mit Hunden verständlich zu machen.
Jeden Tag geht man mit seinem Hund spazieren. Jede Vorbereitung des Spazierganges versetzt den Hund in eine Erwartungshaltung. Es bereitet vor, auf das was kommt. Die ablaufenden Vorbereitungen sind von unserer Seite automatisiert und könnten wie folgt ablaufen.
Wir wollen mit dem Hund spazieren gehen, dazu wird
- eine Jacke angezogen
- ein Ball eingepackt
- eine Tasche mitgenommen
- die Schuhe angezogen
- die Leine und das Halsband in die Hand genommen
- Leckerchen und Spielzeug eingepackt
- mit dem Auto gefahren
- etc.
Viele Dinge beobachtet unser Hund jeden Tag und alles kann er mit unserem Verhalten in Verbindung bringen, da wir sehr durch „schaulich“ sind. Er „weiß“ was wir wollen und zeigt durch sein Verhalten auf, dass er uns „versteht“. Er beobachtet uns jeden Tag und erlernt so uns zu „lesen“.
Das hat mit einem Ritual für ein bestimmtes Arbeitsverhalten wenig zu tun. Er muss nicht unterscheidet können, was für eine Jacke wir tragen. Auch ist es ihm vollkommen egal, welche Schuhe oder welchen Rucksack wir mitnehmen. Sehr deutlich prägen sich Hunde von uns durchgeführte Verhaltensweisen ein, manchmal sehr zu unserem Leidwesen.
Sie können gleiche Fahrtstrecken nachvollziehen. Sie können gleiche Personengruppen wieder erkennen und mit einer Arbeit verbinden. Sie prägen sich vieles ein und sind auch mit der Uhrzeit, wenn es um Futter geht, gefühlsmäßig recht gut vertraut.
Für die RH-Arbeit benötigen wir nun klare Regeln. Das heißt, alle Sinne des Hundes sind auf diese eine Aufgabe gelegt und er sieht nichts anderes mehr als Suchen. Ein Arbeitsverhalten wird mit dem Beginn einer Ausbildung konditioniert.
Anlegen des Trailgeschirrs
Eine Ritualisierung beginnt für uns an dem Punkt, an dem wir die Motivation für den Hund schaffen. Ziel gerichtet soll die Motivation des Hundes auf diese spezielle Aufgabe gesteuert werden. Auslösen muss dieses Verhalten der HF durch eine ganz einfache Handlung. Das heißt nicht, wenn er losgelassen wird, zu jagen, sich losgelöst von der Leine seinen eigenen Interessen nach zu gehen. Alle Energie des Hundes muss durch den HF abrufbar sein und einer simplen Aufgabe folgen. Es ist vollkommen egal was der HF macht, an hat, dem Hund umlegt, wohin er fährt. Diese ganzen Begrenzungen müssen schlicht und einfach in einem Arbeitsverhalten was sehr viel früher konditioniert wird, eingeschlossen sein. Jedes abweichen davon zeigt auf, dass an irgendeiner Stelle das Ausbildungskonzept fehlerhaft ist und man sich Gedanken um einen sinnvollen und ziel gerichteten Aufbau, sprich eine Struktur machen muss.
Wir fügen in der hohen Motivation zu einem späteren Zeitpunkt der Ausbildung bei dem an Geschirr und Leine geführten Hund ein kleines Hörzeichen ein. Setzen bedeutet für den Hund dann Verfolgen des vorkonditionierten Arbeitsverhaltens: Suchen nach Mensch, was in vielen Ausbildungseinheiten strukturiert und einfach verständlich für den Hund lebbar gemacht wurde.
Fazit: Der HF muss ein Verhalten auslösen können. Das ist mit dem Ausrichten des Hundes und einem simplen Sitz nach einer langen Ausbildungsphase der Wiederholungen über Motivation geschehen. Der Hund kennt nun die Aufgabe und wenn er sitzt wird gearbeitet. Auch hier kommen uns immer gleich bleibende Verhaltensweisen zur Hilfe. Dafür ist es nicht notwendig den auslösenden Reiz mit vielfach verwendeten Handzeichen, Kenndeckenumhängeritualen und Leinenveränderungsgedanken zu kombinieren. Je einfacher ein Ritual gehalten wird, umso leichter ist es für den Hund aus der Vielzahl an Verhaltensweisen unsererseits, dass richtige zu deuten. So kann der Hund auch seine Erwartungshaltungen auf die anstehende Arbeit konzentrieren.
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