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Der Hundeführer!

Gestaltung einer Trainingseinheit

Der Weg der kleinen Schritte



Zu Beginn unserer ersten Ausbildungsschritte haben wir die auszubildenden Teilbereiche einer zu erarbeiteten Handlungskette (Handlungskette ) definiert. Nachdem wir einen groben Rahmen hatten, wurden die einzelnen Teilbereiche mit Leben gefüllt. Der rote Faden einer Ausbildungssystematik.

Für uns hat es sich bewährt mit sehr einfachen Schritten einem Mensch-Hund-Team die anspruchsvolle Ausbildung näher zu bringen. Es liegt in den Anfängen keine Besonderheit. Nicht das besondere Leckerchen oder das ganz besondere Spiel bringen interessierte Neuanfänger auf den Weg. Der Weg ist das Ziel und der Hundeführer selber hält alle Fäden für seinen Hund in der Hand.

Kleine einfache Spiel- und Bringübungen bereiten das auszubildende Team auf die kommenden Übungsbereiche vor. Das Ziel dieser Spiel- und Bringübungen ist es, den Hund zu Beginn jeder Trainingseinheit auf die gemeinsame Arbeit zu konzentrieren.



Um nun auch den eigentlichen Nutzen aus diesem Spiel ziehen zu können, beginnen wir jede Ausbildung für Neuanfänger in reizarmen Räumlichkeiten. Die einzelnen Übungseinheiten greifen sehr schnell wie Zahnräder eines Getriebes ineinander. Die Motivation aus dem gemeinsamen Spiel bereitet nach nur wenigen Übungseinheiten (Ritual) das anzustrebende Verhalten für die Verbellanzeige vor.

Besonderes Augenmerk wird auf die Bestätigungsform durch Zuwerfen gelegt. Eingeleitete, gewünschte Verhaltensweisen des Hundes werden schnellstmöglich durch Zuwerfen des MOs bestätigt. Die Nutzung eines Hörzeichens als zweckgebundenes Hilfsmittel, hier z.B.: Sitz, ist besonders in der Aufbauphase der eigentlichen Übung von Bedeutung. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass das Zuwerfen immer schnell und in möglichst gerader Richtung zum Hundekopf erfolgen sollte. Abwandlungen des Wurfes leicht über den Hundekopf können belästigendes Verhalten abstellen. Würfe zur Seite oder weit über den Hund bringen nicht das gewünschte Ergebnis.

Der gewählte Übungsaufbau ist von der Örtlichkeit unabhängig, so ergeben sich mit wenigen Übungseinheiten recht schnell Handlungssicherheiten zwischen Hund und Hundeführer, die auch im täglichen Umgang zu Hause zielsicher für diesen Ausbildungsbereich genutzt werden können.

Wenn diese spielerischen Übungseinheiten sich bilderbuchmäßig aneinander reihen lassen, beginnen wir die vom Hundeführer aufgezeigte und konditionierte Verbellübung, auf einen so genannten Bezugshelfer umzusetzen. Jede neue Übungseinheit beginnt der Hundeführer selber mit seinem Hund. Er fragt die einzelnen Übungsschritte ab und begleitet im weiteren Verlauf der Übung auch die Arbeit mit dem Bezugshelfer.

Die einleitenden Spiel- und Bringübungen werden ausschließlich durch den Hundeführer ausgeführt um den Hund in seinem Handeln nicht zu verunsichern.

Treten in den verschiedensten Bereichen Fehlverknüpfungen auf, fällt es nicht schwer, die durch den Hundeführer aufgestellten Spielregeln von Anbeginn neu und noch differenzierter aufzubauen. Eine wertvolle Kontroll- und Korrekturmöglichkeit, die von dem gewählten roten Faden nicht abweicht und die so erarbeiteten Verhaltensketten einfach bis in die kleinste Handlungsmöglichkeit des Hundes unterteilen lässt.




Hat der Hund dieses komplexe Regelwerk an den unterschiedlichsten Örtlichkeiten verinnerlicht, erst dann beginnt die Nasenarbeit. Die Verhaltensketten der Verbellanzeige sind nun konditioniert und der Hund ist nach den Motivationsübungen in der Lage kleine Übungslagen fehler- und belästigungsfrei mit dem Ziel einer Suchleistung zu bewerkstelligen.

Fazit: Eine Trainingseinheit dient zur Perfektionierung von Grundtechniken. Mit diesem Wissen ist es für Hundeführer wie auch Ausbilder erforderlich sich über das abzufragende Teilziel im Klaren zu sein und dem Hund die Übungseinheiten einfach aber detailliert zu vermitteln. Durch die so erlangte Handlungssicherheit in den einzelnen Teilbereichen einer Übungseinheit ist es dem Hund möglich über Trainingssituationen hinaus komplexe Handlungsketten und später unbekannte Einsatzlagen sicher zu lösen.


© WestLaekenteam