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Grundübungen

Tagebuch

Vorkenntnisse oder ein duale Ausbildung?


Vielfach wird mit Hunden gearbeitet, die Erfahrungen aus anderen Bereichen der Hundeausbildung haben. Bei eigenen Ausbildungsvorhaben hat es sich gezeigt, dass nicht nur der Grundgehorsam ein Hinderungsgrund sein kann, auch die Ausbildung in Bereichen, wie der Flächensuche, Trümmersuche, des Fährten sowie sonstige duale Verwendungen können das Verhalten des Hundes verändern.

Es ist für den HF sehr wichtig sich mit den Eigenheiten seines Hundes vertraut zu machen. An der Art und Weise des Aufbaus kann auf die Motivation des Hundes ein entscheidender Einfluss erfolgen, sodass der Hund dem HF über sein Verhalten mitteilen kann, was gerade passiert ist. Die Stärken und Schwächen zu kennen, sie nutzbringend einzusetzen, zeichnen innerhalb der Ausbildung des MT einen HF aus.

Möchte man seinen Hund für den Bereich Man-Trailing ausbilden, dann ist es aus unserer Sicht wichtig, mit so wenig Grundgehorsam und sonstigen Ausbildungen die Selbstständigkeit des Hundes zu belasten. Gebrauchshunde, wie Hütehunde z. Bsp. fordern die Ansprache und Führung durch den HF. Die Selbstständigkeit, die die Brackenartigen oder Laufhunde haben, wird ein Hütehund nicht erreichen können. Was nicht heißt, dass Gebrauchshunde für diese interessante Aufgabe nicht ausgebildet werden können.


Die Wahl der Hunderasse mag ebenfalls eine Rolle spielen. Begonnen habe ich mit Hunden, die in einem anderen Verwendungsbereich ausgebildet worden sind. Daraus habe ich gelernt, dass die konditionierten Ausbildungsgrundlagen mit der geforderten Arbeitsweise sowie der gewollten Selbstständigkeit des Hundes beim Man-Trailing konkurrieren

Alles hat auch seine Kehrseiten. Ein ausgebildeter Schutzhund oder auch der Flächen- wie Trümmersuchhund haben andere Erfahrungswerte für das Auffinden von Personen gesammelt, und die eingefügten, auch gewollten Konditionierungen würden so manches Erfolgskonzept beim Man-Trailing ins Wanken bringen. Das hat mich davon abgehalten, diese umfangreiche Ausbildung mit vorgebildeten Hunden zu beginnen. Heute arbeite ich mit einem Chesapeake Bay Retriever und einem Bloodhound. Eine ungewöhnliche Konstellation, da beide Hunde sich von ihrem Charakter her unterscheiden. Beide Hunde haben ihre Schwerpunkte und jeder Trainingsverlauf ist etwas Besonderes. Bei beiden hat die Ausbildung vom Welpenalter an begonnen, und es zeigt sich, mit welch großem Arbeitseifer sie so manchen schwierigen Spurverlauf ausarbeiten.


Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass nur mit ganz speziellen Hunderassen diese Arbeit geleistet werden kann. Vielmehr habe ich über die Jahre die unterschiedlichsten Hunderassen bei ihren Suchleistungen beobachten dürfen.

Wer das Man-Trailing als artgerechte Beschäftigung für seinen Hund betreiben möchte, der findet bei dieser Arbeit viele Möglichkeiten den Hund körperlich und kopfmäßig auszulasten. Dafür ist es für den reinen Beschäftigungsbereich notwendig sich die Grundgedanken des Man-Trailings zu vergegenwärtigen. Ist der Ausbildungsgedanke gepaart mit den Lerngesetzen umgesetzt, dann können bei den unterschiedlichsten Rassen und Hundetypen beachtenswerte Ergebnisse verzeichnet werden.

Wer sich für den Einsatzbereich entscheidet, der sollte sich überlegen mit welchen Hintergründen und Zielen er diese Arbeit verfolgen möchte. Obwohl das Man-Trailing eine einfache Form der Konditionierung ist, beinhaltet die Arbeit des HF viele Erfahrungswerte, die nicht von Heute auf Morgen zu erlernen sind. Da es sich um eine Teamleistung zwischen Hund und seinem HF handelt, ist nicht zu vergessen, dass ein Team nur so gut sein kann, wie die sachlichen Gedanken zu einer fachlichen und umfangreichen Ausbildung. Nicht zu verachten ist der Zeitansatz und die ständige Organisation verschiedenster Übungslagen um einen verlässlich arbeitenden, selbstständigen Hund zu trainieren.



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