Freizeitbeschäftigung/ sinnvolles Einsatzmittel?
Die Ausbildung eines Man-Trailers ist variantenreich sowie vielseitig. Bei einem konsequenten Aufbau über den Bereich der Motivation und über die notwendigen Korrekturen ist die Körpersprache des Hundes das probate Mittel, mir als Hundeführer seine Geruchswelt „sichtbar“ zu machen. Die Einsatzmöglichkeiten eines solchen Teams sind daher vielseitig. Nicht nur Alzheimer-Patienten, vermisste oder suizidal gefährdete Personen, aber auch Kinder, Jugendliche und nach Verkehrsunfällen vermisste Personen sind nachsuchbar. Auch kann sich das Aufgabenfeld auf die Tätersuche nach begangenen Straftaten, wie Diebstahl, Einbruch, Vergewaltigung, Brandstiftung und Mord erweitern.
Hat der Hund die Spur jedoch nicht oder nicht mehr, dann ist ein mehr als deutlicher Abbruch der Suche notwendig. Dann bin ich als Teampartner gefragt und versuche durchdacht, meinen vierbeinigen Partner wieder auf die Spur zu bringen. Oder ich breche an dem erreichten Punkt die Suche ab und beurteile das erreichte Ziel. Es ist ein Geben und Nehmen, nicht immer von Erfolg gekrönt. Es ist eine vom Anfang bis zum Ende durchdachte Teamarbeit und nie das Handeln eines einzelnen Individuums. Die Hauptlast nach der umfangreichen Ausbildung, etwa 80%, liegen auf der Nase des vierbeinigen Spezialisten und seinem Willen, erfolgsorientiert der ihm vorgesetzten Spur zu folgen. Dafür muss er die von uns vorgegebenen Spielregeln verstanden haben. Die restlichen 20% ergeben sich durch den Hundführer, der wie oben beschrieben den Hund nach seinen unterschiedlichen Verhaltensweisen beurteilen und zielgerichtet führen muss.
Darum ist es wichtig, seine Nachsuchen mehr als kritisch zu betrachten und die Ausbildung auf eventuelle Fehlinterpretationen zu durchforsten. Das macht eine standardisierte und minimalisierte Prüfungsaufgabenbewältigung recht schwierig. Denn nicht immer verläuft ein Trail bilderbuchmäßig um ein paar Ecken oder über eine Waldlichtung. Mit einem sicheren Grundwissen und einer stabilen sowie immer gleich bleibenden Basisarbeit werden die gewünschten Ergebnisse sich einfinden, denn alles braucht seine Zeit. Trotzdem betrachte ich die Arbeit mit meinem vierbeinigen Teampartner kritisch.
Für mich persönlich hat diese Ausbildung einen hohen Wert für den Einsatz im Ernstfall. Aus diesem Grunde ist der Personensuchhund ein wertvolles Hilfsmittel bei der Suche nach vermissten und gesuchten Personen. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es bei einem Einsatz immer um Menschenleben geht. Darum sollte solch ein Team nicht als alleiniges Einsatzmittel angesehen werden, vielmehr ist es immer ergänzend zu anderen Einsatzmitteln mit einzubeziehen.
© WestLaekenteam




