Ein paar Gedanken
Mit Beginn meiner Ausbildung als Diensthundführer vor vielen Jahren waren verschiedene Ausbildungsziele für das Erreichen einer Einsatzfähigkeit notwendig. Unter anderem zählte zu diesen Zielen die Nasenarbeit. Unter der Nasenarbeit wurden die Punkte des Stöberns nach Beweisgegenständen und die Fährtenarbeit zusammengefasst.
Bei der klassischen Fährtenarbeit verfolgt der Hund eine Geruchsspur anhand der Bodenverletzung, die durch den bakteriellen Zersetzungsgeruch von Vegetation entsteht.
Die Ausbildung für die klassische Sucharbeit zeichnete sich als sehr zeitintensiv aus. Selbst nach dem Erlernen der Grundlagen musste eine ständige Nacharbeitung erfolgen um das sichere Suchverhalten zu festigen. Eine immer wiederkehrende Schwierigkeit war der Wechsel in den Bodenverhältnissen.
In all den Jahren wurde ich bei akuten Einsätzen, bei denen Personen zu Fuß geflüchtet waren nach der Möglichkeit der Nachsuche gefragt. Da der Hund prüfungstechnisch die Fährtennachsuche ableisten musste und konnte, war es trotz intensiver Übungsvorbereitungen nicht möglich auf den unterschiedlichsten Bodenverhältnissen eine effektive Nachsuche gezielt durchzuführen. Auch zurückgelassene Tatwerkzeuge oder Bekleidung von Beteiligten konnten mir keinen Einsatzerfolg erbringen.
Ein langer Weg des Nachfragens, Lesens geeigneter Literatur, Anschauens von in Deutschland praktizierenden Man-Trailern begann.
Zum heutigen Zeitpunkt zeigt es sich, dass diese Nachsuche eine ideale Einsatzkonzeption besitzt. Es ist faszinierend zu sehen wie ein Hund über alle Einschränkungen hinweg eine Spur eines bestimmten Menschen nachsuchen kann. Auch gibt es Grenzen, die einen mehr oder weniger in Zweifel bringen.
Nach langen Jahren des Sammelns, Lesens und Ausprobierens mit unterschiedlichen Hunderassen in dem Bereich des Man-Trailings suchten wir eigens für diese Ausbildung einen Hund. Bei der Vielschichtigkeit und dem Umfang einer solchen Ausbildung war es sinnvoll mit einem Welpen zu beginnen und sich mit allen Grundlagen der Ausbildung auseinander setzen zu können.
Im Jahre 2005 haben wir eine Reise nach Dänemark gemacht und dort einen Chesapeake Bay Retriever nur für die Arbeit im Bereich Man-Trailing ausgesucht.
Auf den nachfolgenden Seiten unter dieser Rubrik mehr zu dem Thema Man-Trailing.
Beim Man-Trailing geht es um Geruch. Jeder Mensch hat sein eigenes Geruchsbild, das individuell ist, wie ein Fingerabdruck. Die menschliche Haut regeneriert sich fortwährend. Alte Hautzellen werden durch neue ersetzt. Diese abgestorbenen Hautzellen sind das Zünglein an der Waage. Der Hund, egal welcher Hunderasse zugehörig, ist in der Lage nach einer entsprechenden Ausbildung diesem Individualgeruch des Menschen zu folgen.
Durch unsere Bewegungen werden die abgestorbenen Hautzellen überall verteilt, wo wir uns aufhalten. Die zu Boden fallenden Hautzellen werden durch Feuchtigkeit und Bakterien zersetzt. Ein immerwährender Kreislauf, der eine solche Geruchsspur mit den Einflüssen von Zersetzungsprozessen nur auf bestimmte Zeit für den Hund „lesbar“ machen.
Um eine solche Spur unabhängig von den Bodenverhältnissen für uns Menschen "sichtbar" zu machen, wird dem Hund in einem Spiel das Verfolgen menschlicher Gerüche vermittelt.
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