Das Leinenhandling
Die Leine ist der direkte Draht vom Hund zum Hundeführer. Alle Körpersignale des Hundes werden so dem Hundeführer fühlbar mitgeteilt.
Die Leine ist ein imaginäres Band, das die Kommunikation zwischen den ungleichen Teampartnern herstellen soll. Über die Leine darf ich als Hundeführer dem Hund nicht den rechten Weg signalisieren, was gedanklich schwierig ist, da ich auch emotional als Teampartner bei dieser schnellen Arbeit mit eingebunden bin. Trotzdem soll mir der Hund mit einer straff gespannten Leine signalisieren, dass er die Spur aufgenommen hat und dieser folgt.
Nicht ich bin hier in der Führungsrolle, es ist mein Hund, der sich vollkommen selbstverständlich gegen mich durchsetzen soll. Das erfordert von mir als Hundeführer Beherrschtheit und gute Beobachtungsgabe für das Verhalten des Hundes. Immer gespannt, wie die Entscheidung fallen wird, welches der rechte Weg sein könnte und ist, spiele ich mit den Leinenlängen. Sieben Meter sind in undurchsichtigen und kritischen Situationen schon recht lang. Mal verkürze ich sie, mal lasse ich die Leine lang, um zu sehen, wie sich der Hund in einem Kreuzungsbereich entscheidet. Ich beobachte den suchenden Hund genau, lasse ihn austesten und lerne seine Verhaltensweisen in Bezug auf das Auffinden des zu suchenden Geruchs. Ich merke, wie ihm in eine Richtung förmlich die Luft entweicht und die Leine durchhängt, die Spur ist verloren. Den Kopf hoch erhoben, den Körper angespannt, sucht mein Teampartner den rechten Weg. Er wirkt ratlos. Versucht, mit Blickkontakt zu mir den weiteren Verlauf des Spieles zu hinterfragen.
Jetzt beginnt mein Part.
- Wo waren wir zuletzt auf der Spur?
- Wie weit müssen wir zurück?
- Müssen wir eine Pause machen?
- Stellen wir die Suche hier ein?
Oder der Hund ändert mit Vehemenz seinen Weg, obwohl ich meine Schritte in die von ihm ursprünglich vorgegebene Richtung nicht mehr bremsen kann. Er wendet und spurtet an mir vorbei. Die Leine strafft sich und ich muss mich erstmal seiner Schnelligkeit anpassen, ohne ihn zu beeinträchtigen, damit ich für die nächsten Signale von ihm wieder offen bin. Um diese Leistungen erreichen zu können, ist eine Ausbildung nicht auf Zufälle gestützt. Der Punkt Versuch und Irrtum zeichnet ein Ergebnis mit dem sich ein HF nicht abgeben sollte. Vielmehr ist an diesem Punkt wichtig sich über jeden Ausbildungsschritt im Klaren zu sein und seinen vierbeinigen Nasenspezialisten auf die interessante Aufgabe kontinuierlich vorzubereiten.
© WestLaekenteam




